Jungvogel oder Findelkind?

Momentan ist die Brut- und Setzzeit im vollen Gange und die ersten Küken werden flügge. Oft sitzen die Ästlinge - wie der Name schon sagt - im Gebüsch oder auch mal auf dem Boden, wenn die ersten Flugversuche daneben gingen. Jetzt heißt es FINGER WEG! Denn nicht alle Findelkinder brauchen menschliche Hilfe! Jungvögel sind grundsätzlich dort zu lassen, wo sie gefunden wurden. Die Jungen werden auch außerhalb des Nestes von ihren Eltern beschützt und mit Futter versorgt. Greift der Mensch in diese sensible Phase ein und nimmt das Jungtier mit, bedeutet dies für den Vogel eine Katastrophe, da die Bindung zwischen Alt- und Jungvogel unterbrochen wird. Mit dem lauten und für unsere Ohren manchmal herzzerreißenden Tschilpen halten die Jungvögel mit ihren Eltern Kontakt. Sitzt der Ästling doch mal an der Straße, kann er guten Gewissens ins nächst gelegene Gebüsch gebracht werden.
Bei uns auf dem Woldenhof haben wir in einem abgestorbenen Baumstumpf Buntspecht-Nachwuchs entdeckt. Der kleine Schreihals wird fleißig von seinen Eltern gefüttert. Gut, dass er sicher in einer Baumhöhle sitzt. Und auch hier gilt: Finger weg!